Unglück im Wittener Hauptbahnhof kurz vor Mitternacht: Erst öffnet sich die Tür nicht, dann rollt beim Aussteigen die Regionalbahn an. Verletzungen: Rippenbrüche, Schürfwunden und Prellungen
Das hätte ganz schlimm ausgehen können: Eine 47-jährige Frau ist im Hauptbahnhof vor Mitternacht am Dienstag beim Aussteigen aus dem anfahrenden Zug "RB 40 Ruhr-Lenne-Bahn" auf dem Bahnsteig gestürzt und vom Zug einige Meter mitgeschleift worden.
Die Wittenerin erlitt Rippenbrüche, Schürfwunden und Prellungen. Sie wurde mit dem Rettungswagen der Berufsfeuerwehr zum Ev. Krankenhaus gebracht, konnte dort nach ärztlicher Versorgung inzwischen entlassen werden.
Sie befand sich mit Ehemann (51) und Tochter (14) im Abellio-Zug ABR 99637 von Essen nach Hagen und wollte mit ihrer Familie um 23.35 Uhr in Witten Hbf aus dem Zug steigen. Ihren Angaben zufolge öffneten sich die Tür ihres Wagens direkt vor der Lok nicht. Also versuchte die Familie es einen Wagen weiter. Die Lok schob drei Sitzwagen.
Während sich die andere Wagentür öffnen ließ, fuhr der Regionalzug bereits an. Der Schaffner, der zuvor die Türen geschlossen und die Freigabe zur Weiterfahrt gegeben hatte, habe die geöffnete Tür bemerkt und eine Bremsung veranlasst, hieß es im ersten Untersuchungsbericht der Bundespolizei Dortmund. Ehemann und Tochter seien bereits auf dem Bahnsteig gewesen, als die 47-jährige Frau "bei Schneeglätte auf dem Bahnsteig ausgerutscht und vom Zug etwa fünf Meter mitgeschleift" worden sei. Durch die Bremsung sei der Zug zum Stehen gekommen.
Nach Darstellung von "Abellio" in Essen wurde der Unglückswagen gecheckt. Ergebnis: Die Familie muss die geschlossene Tür gegen den pneumatischen Druck geöffnet haben. Eine Blockade der Tür sei bei der Anfahrt unter 5 km/h noch nicht erreicht gewesen. Laut Auskunft der Bundespolizei von Mittwochnachmittag war der "Wagenpark ohne Mängel". Ermittelt werde jedoch "weiter bis zur endgültigen Klärung".
Quelle: waz.de
Ich war am diesem Abend am Hauptbahnhof. Hatte gerade jemanden zum Hauptbahnhof gebracht - zu einem Zug Richtung Bochum, der schon weg war. Beim Rausgehen aus dem Bahnhof muss der o.g. Zug in Witten angekommen sein. Ich hatte Schreie gehört, was meiner Meinung nach nach weiblichen Jugendlichen klang. Einige Passanten liefen zu Bahnsteig 3/4, und neugierig wie man nunmal ist, aber auch schüchtern wie ich bin, ging ich nur auf Bahnsteig 1/2 die Treppe hinauf um auf die andere Seite zu schauen, und sah dort nur ein halbes Dutzend an Menschen um dem Schaffner - der gerade am Telefonieren war - versammelt. Zwei davon lagen sich in den Armen. Die schrecklichsten Szenarien sind mir dabei durch den Kopf gegangen - was da alles könnte passiert sein - die ich hier gar nicht wiedergeben will. Als ich dann fünf Minuten später mit meinem Bus nach Hause fuhr, und mir ein ganzer Rettungs-Konvoi (Krankenwagen, Feuerwehrwagen, Einsatzleitung) entgegen kamen, fühlte ich mich fast bestätigt.
Nun bin ich froh, dies in der Zeitung (bzw. auch online, wir sind zwar Abonnenten, aber zum Abtippen war ich zu Faul) gelesen zu haben, dass es nicht allzu schlimm, wie ich es befürchtet hatte, geschehen ist.