Grundsätzlich hat Kai recht, wenn er meint, dass quasi das Volk erneut demokratisch entscheiden sollte, wer für Deutschland im Jahr 2011 in Berlin oder Hamburg oder Köln oder Hannover oder Dortmund (die Stadt hat ebenfalls den Hut in den Ring geworfen) oder wo auch immer singen soll.
Die Ereignisse haben den Blog ja schon etwas überholt, denn die ARD hat bekanntlich fast ohne zu zögern den Plänen Raabs zugestimmt, so dass es nach jetzigem Stand keinen neuen Wettbewerb geben wird, sondern Lena in der Tat als Titelverteidigerin agieren soll. Einerseits stimme ich Kai wie gesagt zu, dass man das Format mit der Abstimmung wiederholen sollte, andererseits aber kann ich der Argumentation Raabs folgen, dass es für den Nachfolger nach diesem Hype und Riesenerfolg äußerst schwer werden wird, überhaupt in Lenas Fußstapfen zu treten. Allerdings gingen Raab und Lena damit das nicht unerhebliche Risiko ein, dass Lena "langweilig" werden und im schlechtesten Fall beim ESC 2011 voll abschmieren könnte. Das wäre eine Riesenernüchterung für Lena und die allerersten große Niederlage für den Showmaster und Geschäftsmann Raab. Na ja, glücklicherweise ist es nicht meine Baustelle.
Mit dem Termin wirds interessant zwischen den Verantwortlichen des DFB und des ESC. Einer von beiden wird zurückstecken müssen und ich vermute, dass beide auf stur schalten werden. Als Fußballkenner kann ich sagen, dass eine Verlegung des Pokalfinals von Seiten des DFB auf ein anderes Mai-WE so gut wie unmöglich sein wird, da im Mai die Saison endet, die beiden Europacupfinals und evt. ein Länderspiel stattfinden werden. Wenn überhaupt müsste es der DFB auf Mitte/Ende April legen, aber dann werden die Vereine wegen zu vieler englischer Wochen maulen.
In Sachen Halle sehe ich nicht die geringsten Probleme: In den Großstädten werden erst jetzt so langsam die Pläne festgezurrt, welche Band wann und wo in 2011 ein Konzert geben wird oder welch andere Veranstaltungen in 2011 stattfinden werden. Ob Max-Schmeling-Halle in Berlin, "Colour-Line-Arena" in Hamburg, KölnArena oder Westfalenhalle Dortmund, die haben bereits alle eine komplette Woche im Mai 2011 vorsorglich freigehalten. In Sachen Logistik wird es da keine Probleme kriegen, aber beim Geld wirds dann schon wieder anders aussehen: Wer die Musik bestellt, der muss sie auch bezahlen. Die Stadt Oslo hat der Spaß 20 Mio. Euro gekostet und Berlin, Hamburg, Köln, Dortmund etc. laufen alle auf dem Zahnfleisch.
Da wird es auch Ärger geben: Spätestens dann, wenn in 2011 KiTa-Plätze abgebaut werden, Gebühren für Hallenbäder/Parkanlagen, Müllabfuhr, Grundsteuer A u. B etc. erhöht werden und die Stadt, welche auch immer es werden wird, gleichzeitig mal eben 20 Millionen für den ESC ausgibt.
Revierwolf am 19.06.2010 um 13:13:11