POL-KR: Familiendrama in Emmerich-Elten Mann tötete Ehefrau und anschließend sich selbst
Krefeld (ots) - Am Montag, den 28.08.2006, kam es auf der B 8 (Eltener Straße) Höhe Einmündung Mailandstraße in Emmerich zu einem tödlichen Verkehrsunfall.
Ein Zeuge beobachtete, wie ein roter Ford PKW aus Richtung Emmerich kommend mit hoher Geschwindigkeit ungebremst gegen einen Baum fuhr.
Der PKW wurde völlig zerstört, schleuderte auf die Straße zurück und ging in Flammen auf. Der Fahrzeugführer verbrannte bis zur Unkenntlichkeit.
Im Rahmen der Unfallaufnahme und der Ermittlungen suchten Polizeibeamte und Opferschutzbeamte des Landrates Kleve Angehörige des Halters auf. Mit diesen wurde auch das Wohnhaus des 47jährigen Halters aufgesucht.
Im Wohnzimmer des Hauses wurde die 37jährige Ehefrau des Halters in einer Blutlache tot aufgefunden. Neben ihr lag ein blutiges Fleischmesser. Die weiteren Ermittlungen wurden durch die zuständige Mordkommission Krefeld durchgeführt.
Die Tatortuntersuchungen ergaben, dass die 37jährige mehrere Stichverletzungen im Oberkörperbereich vorne und eine im Rücken aufwies. Abwehrverletzungen an den Händen deuteten auf eine Gegenwehr des Opfers.
Die Obduktionen der Leichen wurden durch die Staatsanwaltschaft Kleve angeordnet und am 29.08.06 durchgeführt.
Als Todesursache der 37jährigen wurde Verbluten in Folge der Messerstiche festgestellt.
Die bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leiche aus dem PKW konnte bei der Obduktion sicher als die Leiche des 47jährigen Mannes identifiziert werden.
Noch am Abend des 28.08.06 wurde eine Reihe von Verwandten und Bekannten zur Klärung der Sache vernommen.
Die seit sieben Jahren verheirateten Eheleute hatten in Emmerich-Elten, Neustadt, gewohnt. Sie hatten zwei Söhne (17 und 20 Jahre)und eine Tochter (16 Jahre) aus jeweils ersten Ehen. Es handelte sich um geordnete, gut bürgerliche Verhältnisse, der 47jährige arbeitete als Chemiearbeiter.
Seit einiger Zeit war zu Eheproblemen gekommen, vor einigen Wochen war die 37jährige aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen und hatte eine Beziehung zu einem anderen Mann begonnen.
Der 47jährige reagierte eifersüchtig und machte Bekannten gegenüber Andeutungen, dass er sich selbst und seiner Frau etwas antun wolle.
Der nicht als gewalttätig bekannte Mann konnte durch die Bekannten beruhigt werden.
Am 29.08.06 stand ein Maklerbesuch zum Verkauf des gemeinsamen Hauses bevor. Die 37jährige hatte sich gegen 09.00 Uhr zum Haus begeben, um dort, wie mit ihrem Mann verabredet, zu putzen. Nach 09.30 Uhr müsste der Ehemann laut Zeugenaussagen nach Hause gekommen sein.
Was sich dann im Hause zwischen den Eheleuten abspielte und warum es dort zur Tötung der 37jährigen kam, wird wohl nie geklärt werden. Der 47jährige dürfte zwei größere Messer aus der Küche geholt und zur Tat benutzt haben. Auch das zweite Messer war bei der Tatortuntersuchung blutverschmiert unter einem Sessel aufgefunden.
Gerd Hoppmann, Leiter der Krefelder Mordkommission: "Wir haben keine Anhaltspunkte dafür gefunden, dass andere Personen an der Tötung der Frau oder am Unfallgeschehen beteiligt gewesen sein könnten."
Auf Grund der umfangreichen Ermittlungen im Umfeld der Eheleute ist davon auszugehen, dass der 47jährige erst seine Ehefrau und anschließend sich selbst tötete, indem er mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Straßenbaum fuhr.
Obwohl keine Zweifel an den genannten Abläufen bestehen, werden weitere Untersuchungen für einen objektiven Tatnachweis durchgeführt.