Ein Monat, 31 Tage, das war die WM. Mit einem fantastischen Finale wurde der FIFA Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland die Krone aufgesetzt. Senkrechtes Grün-Weiß-Rot gegen senkrechtes Blau-Weiß-Rot - viel langweiliger hätte die Farbkombination in einem Finale eigentlich doch gar nicht sein können.
Das Finale begann jedoch schnell - und wurd sehr lang. Die einzige französische Sturmspitze (Henry) knockt sich fast direkt selbst aus dem Spiel und in der sechsten Minute bekommt Frankreich einen Elfmeter, den Zidane natürlich schießt und auch verwandelt. Aber wie: Da steht er im WM-Finae in seinem letzten Spiel und muss gegen den wohl besten Torwart der Weltmeisterschaft - dem Italiener Buffon - ran und der lupft den Ball mal eben so locker unter die Latte, dass dieser zwar hinter der Torlinie aufkommt aber auch wieder aus dem Tor herausspringt: natürlich das 1:0. Alle hofften auf ein frühes Tor, damit Action in ein Spiel zweier Mannschaften kommt, die eine sehr gute Abwehr und dementsprächend wenig Gegentore in diesem Tunier bekommen haben. Leider machte in der 19. Minute Materazzi, der Italiener, der den Elfmeter verursacht hatte, nach einer Ecke per Kopf den Ausgleich zum 1:1. Nicht nur, dass ich den Italienern den Ausgleich nicht gegönnt hatte, sondern leider war danach der Spielfluss raus und bis auf ein paar weitere gute Ecken der Italiener und Freistöße der Franzosen gab es nichts Spannendes mehr in der ersten Halbzeit zu sehen.
Die zweite Halbzeit begann dann allerdings wieder spannender mit vielen Möglichkeiten der Franzosen, und einem Abseitstor der Italiener. Doch weiter passierte nichts. So kam es dann zur Verlängergung, in der dann doch einige offensive Kräfte für Frankreich reinkamen.
In der 109. Minute leistete sich Zidane dann etwas, weswegen die ganzen Presseagenturen drirekt ihre wohl schon vorgefertigten Texte ändern mussten, die ihn so hoch loben wollten, egal ob sie verlieren oder gewinnen würden. Aufgrund von verbalen Attacken so auszurasten und den Kopf mit voller Wucht gegen die Brust eines Italieners zu rammen bekam er verdient die rote Karte und machte damit seinen Traum-Abschied vom Fußball zunichte. Und die Stimmung war daraufhin sprichwörtlich "im Arsch".

Natürlich passierte danach in der Verlängerung ansonsten nichts mehr und die Italiener überraschten diesmal nicht mit einem Treffer in der 118. Minute, wie sie es noch im Halbfinale gegen die Deutschen gemacht haben. Daher kam es zum Elfmeterschießen, in dem die Italiener die Nerven behielten und die Franzosen wegen einem einzigen Fehlschuss verloren haben, und Italien um 22:41:22 Weltmeister wurde. Ein Elfmeterschießen ist einem Finale eigentlich nicht wirklich würdig, da gewinnt eher der, der am meisten Glück und hat und Nerven zeigt, und oft nicht immer der klar Bessere. Anders als beim Spiel der Deutschen gestern, die klarer Sieger waren. Trotz allem: Glückwunsch Italien! Nun haben sie vier Weltmeistertitel - also vier Sterne auf dem Trikot. Einen mehr als Deutschland - was wir in vier Jahren natürlich ausgleichen werden!
Wenn man sich jetzt noch vorstellen würde, Deutschland hätte in diesem Finale gestanden, wir hätten doch beide besiegen können. Aber da Italien die Franzosen geschlagen hat, kann man optimistisch und übertrieben gerne sagen, dass wir fast Zweiter der WM sind, denn wir haben nur gegen Italien verloren, und gegen die heutigen Franzosen hätten wir doch locker gewonnen.
31 Tage Weltmeisterschaft bedeuten auch 31 Weblogs. Vielen Dank an die treuen Leser, die die merkwürdigen Texte die ich verfasst habe gelesen oder zumindest überflogen haben - soll ja angeblich doch welche gegeben haben! :)
Hier nochmal alle in der Übersicht. Jeden Tag gab es einen, bzw. jede Nacht, also immer (bis auf eine Ausnahme) nur wenige Stunden nach dem Ende eines WM-Tages, also nach 0 Uhr, mal eher, mal später.
An dieser Stelle kann ich nur nochmal wiederholen, was ich bereits
gestern gesagt habe: Danke Deutschland. Diese Weltmeisterschaft, diese riesen Feier, die Organisation, die Nationen, unser Land, die Menschen, der Fußball, die Stimmung: Danke für alles! Wir sehen uns 2010 - in Südafrika!